Downhill Longboards

Wie der Name bereits verrät, sind Downhill Longboards speziell für Bergabfahrten konzipiert und das mit ordentlich Speed dahinter (über 100 km/h). Sie stellen sozusagen die Formel-1-Variante in der Longboarder-Szenerie dar.

 

Was ist Downhill?

Downhill ist die Bezeichnung eines Longboard Fahrstils, bei dem es vorwiegend um das Abfahren von steilen Pisten geht und das auf die schnellstmögliche Weise. Diese Art des Longboardens gilt allgemein als die Königsdisziplin in dieser Sportart, da sie sowohl die aufregendste aber auch die gefährlichste darstellt. Stürze und Kollisionen können hier schwerste Verletzungen hervorrufen. Richtige Profis treten sogar in organisierten Rennen gegeneinander an. Oft wird beim Downhill auch von Speedboarding gesprochen.

 

Downhill Longboards im Detail

Ein Downhill Longboard ist ein sehr technisch-basiertes Board, welches eine ziemlich steife Konstruktion besitzt, um Speed-Wobbles (ein Aufschaukeln / Schlingern) bei hohen Speed zu verhindern . Es ist gänzlich anders aufgebaut als beispielsweise ein Cruiser– oder Carver Board. Hier ist alles auf Geschwindigkeit ausgelegt, wodurch Stabilität im Vordergrund steht.

Deck

Downhill Longboards besitzen Decks in verschieden Shapes (Formen), welche jedoch in der Regel sehr schmal und tief gehalten sind. Auch besitzen sie – wenn überhaupt – nur über einen sehr geringen Flex (Durchbiegefähigkeit), wodurch die erforderliche Steifigkeit gegeben ist. In der Regel besteht so ein Deck aus 8 bis 10 Lagen Ahorn – hochwertigere sind sogar mit Carbon verstärkt. Zusätzlich punkten Downhill-Decks mit einem Drop (ein leicht nach unten gewölbtes Deck), das bewirkt, dass der Standpunkt nach unten verlagert wird, was letztendlich das Gewicht des Fahrers besser auf beide Achsen verteilt und so das Kurvenfahren begünstigt .
Insgesamt gibt es zwei Arten von Decks, die für Downhill Longboards geeignet sind – das sogenannte Drop Through und das Top Mount Deck. Downhill Einsteiger sollten zunächst zur ersteren Variante greifen, da hier der Schwerpunkt weiter unten liegt und man so stabiler auf dem Brett steht. Zum Top Mount Deck tendieren dagegen eher die Fortgeschrittenen und Profis. Dieses verspricht mehr Stabilität auf den Geraden und mehr Grip in den Kurven.
Die allgemein empfohlene Länge eines Downhill Longboards liegt im Bereich zwischen 37“ und 43“. Kurze Decks neigen bei schnelleren Geschwindigkeiten zu Instabilität, wohingegen es übermäßig langen Boards an Manövrierbarkeit fehlt.

Achsen

Meist sind die Achsen (auch Trucks genannt) bei Downhill Longboards breit und mit recht harten Bushings (Lenkgummis) ausgestattet. Dieser Umstand erhöht beim Downhill die Fahrstabilität enorm, schränkt jedoch die Lenkfähigkeit des Boardes stark ein. Um dennoch bei der Lenkung eine gewisse Präzision zu erlangen, sind nicht selten CNC-gefräste Achsen verbaut. Professionelle Downhiller benutzen auch gerne vorne eine wendigere Achse als hinten, also mit einem höheren Achswinkel.
Generell sollten die Trucks immer mindestens so breit sein, dass die Wheels frei stehen. Damit umgeht man die Gefahr von Wheelbites (Kontakt zwischen Rollen und Brett), die gerade bei dieser Disziplin richtig böse enden können. Meist verfügt hier jedoch bereits das Deck über die notwendigen Aussparungen über den Rollen.

Rollen

Um Kurven mit hoher Geschwindigkeit sicher nehmen zu können, ist vor allem eine gute Haftung der Wheels notwendig. Um dies zu erreichen sollten die Rollen entsprechend weicher ausfallen. Nicht selten werden hier Sharp-lipped Lip Profile Rollen verwendet. So ausgestattet besitzt das Board den nötigen Grip, ohne auf notwendige Slides verzichten zu müssen.

Allgemein geht die Meinung in Sachen – die richtigen Wheels bei Downhill Longboards – auseinander. Hier gilt es, die richtige Balance zwischen Haftung, Slides und Speed zu finden.
Durchaus bewährt hat sich jedoch die Nutzung größerer Rollen, die mit großen Kernen ausgestattet sind und einen etwas weicheren Härtegrad besitzen.
Ebenso sollten Downhill-Einsteiger eher auf breitere Rollen setzen. Diese erschweren zwar das Sliden, dafür gewinnt man an Stabilität.

Tipp: Die Rollen sollten auch qualitativ hochwertige Kugellager (Bearings) beinhalten, da diese bei den hohen Geschwindigkeiten ebenfalls hohen Belastungen ausgesetzt sind.
Diverse Spacer schützen neben seitlichen Krafteinwirkungen (beim Sliden) auch vor Verschmutzungen.

Typische Eigenschaften eines Downhill Longboards im Überblick:

  • Schmal gehaltene Boards mit tiefem Druckpunkt
  • Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h möglich
  • Gute Kurvenlage
  • Rollen mit guten Hafteigenschaften
  • Aussparungen im Bereich der Wheels
  • Sehr geringer Flex (allgemein ein steif gehaltenes Board – Deck /Achsen)

 

Die Vor- und Nachteile von Downhill Longboards

Vorteile:
Ein Downhill Longboard erreicht eine sehr hohe Geschwindigkeit und das in kürzester Zeit. Selbst auf der Geraden beschleunigt es extrem.
Allgemein handelt es sich hier um ein Brett, bei dem die Stabilität klar im Vordergrund steht.

Nachteile:
Die Verletzungsgefahr auf diesen Boards ist – aufgrund der hohen Geschwindigkeiten – entsprechend hoch. Deshalb ist hier eine Schutzausrüstung absolut Pflicht!
Der Tatsche geschuldet, dass das Board (aus Stabilitätsgründen) generell recht steif gehalten ist, ist es somit nur sehr bedingt für andere Disziplinen zu entfremden.

 

Für wen sind Downhill Longboards geeignet?

Die atemberaubende Geschwindigkeit, die sich mit einem Downhill Longboard erreichen lässt, übt verständlicher Weise auf viele einen ganz besonderen Reiz aus. Allerdings erfordert gerade diese Disziplin ein ordentliches Maß an Erfahrung und Können, so dass man hier ganz klar sagen muss, dass Downhill kein Fahrstil für Anfänger ist sondern nur etwas für Fortgeschrittene und Profis! Downhill setzt voraus, dass der Fahrer zumindest die wichtigsten Fahr- und Bremstechniken absolut sicher beherrscht und generell immer sicher auf dem Board steht. Nur wer diese Bedingungen klar erfüllt, kann auch wirklich die Fahrt auf dem Downhill Longboard genießen und kommt auch heil unten an.

 

Niemals ohne Schutzausrüstung auf das Downhill Longboard

Wer sich hier ohne entsprechende Schutzausrüstung auf das Brett begibt, spielt mit seinem Leben. Selbst echte Profis auf diesem Gebiet wagen keine rasante Abfahrten ohne Schutzkleidung.
Die Schutzausrüstung für Downhill besteht meist aus: Schutzhelm, Lederkombi, Knie- und Ellenbogenschoner (falls nicht in der Lederkombi schon integriert), spezielles Schuhwerk (Longboardschuhe) und Handschuhe.

 

Downhill Longboard kaufen – worauf ist zu achten?

Wer sich ein Downhill Longboard kaufen möchte sollte immer auf Qualität setzen. Wer hier zu geizig ist und stattdessen nach einem Billig-Board greift, setzt eindeutig seine Gesundheit aufs Spiel! Klar sollte man generell bei jedem Longboard Kauf auf Qualität achten. Jedoch ist es beim Downhill (ebenso beim Freerider) schlicht und einfach fahrlässig, sich auf ein Brett zu stellen, das mit minderwertigen Komponenten zusammen gehalten wird und damit einen Hügel mit einem Affenzahn herunter zu prügeln!

 

Fazit
Downhill Longboards sind speziell auf Speed ausgerichtete Boards und dadurch besonders auf Stabilität getrimmt. Aus diesem Grund sind diese auch meist recht schmal, lang und relativ steif gehalten. Allgemein zählen diese Bretter in Sachen Lenkung als eher träge, wodurch reine Downhill Boards sich auch weniger gut für andere Disziplinen eignen. Anfänger sollten prinzipiell erst mal die Finger von diesen Brettern lassen. Downhill-Einsteigern ist zu empfehlen, beim Board – neben Qualität – auf größtmöglicher Stabilität zu achten, selbst wenn dies auf Kosten der Geschwindigkeit gehen sollte. Später lassen sich immer noch diverse Teile austauschen um die Effizienz zu steigern.