Longboard Bushings

Longboard Bushings / LenkgummisBushings oder auch Lenkgummis genannt, bilden das Herzstück einer jeder Achse und (wie der Name bereits vermuten lässt) beeinflussen sie maßgeblich das Lenkverhalten deines Longboards.
Zahlreiche verschiedene Ausführungen ermöglichen es dir hier, das Setup deines Boards so anzupassen, dass es zu deinen persönlichen Bedürfnissen (Fahrstil) passt.

So klein und unbedeutend dir dieses Bauteil auf dem ersten Blick auch vorkommen mag, in ihnen steckt großes Tuningpotential. Aus diesem Grund haben wir die wichtigsten Punkte zum Thema Bushings für dich hier zusammengetragen.

Was sind Longboard Bushings?

Bushings sind im Grunde genommen kleine, dicke Gummiringe, die es in verschiedenen Farben, Formen und Härten gibt. Sie bestehen in der Regel aus Urethan (Polyurethan – kurz PU) und du findest sie im Zentrum deiner Longboard Achse. Jede Achse ist hierbei mit zwei Bushings bestückt: Einem oberen Lenkgummi (Top Bushing – Roadside) zwischen Kingpin-Mutter bzw. Washer und Hanger sowie einem unteren Lenkgummi (Bottom Bushing – Boardside) zwischen Hanger und Baseplate.
Je nach Form und Härte dieser Gummis kannst du die Lenkfreudigkeit und Wendigkeit deines Longboards bestimmen und somit deinem persönlichen Stil anpassen.

 

Washer schützen und unterstützen deine Lenkgummis

Washer nennt man die Unterlegscheiben die deine Bushings vor Beschädigungen / Verformungen schützen, indem sie dafür sorgen, dass eine gleichmäßige Kraftaufteilung auf sie wirkt.
Je nach Bauart dieser Unterlegscheiben, u.a. mit senkrechter Tellerwand (Cup-Washer), können diese auch den Lenkeinschlag deiner Achse begrenzen – z.B. um Wheelbite zu verhindern. Dieser Effekt wird erreicht in dem diese Tellerwände dafür sorgen, dass die Bushings in der Ausdehnung bzw. Verformung effektiv begrenzt werden.

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Longboard Bushing – Lean, Rebound und Härtegrad

Wenn du tiefer in die Thematik Lenkgummis eintauchst, wirst du auf Begriffe stoßen wie: Lean, Rebound und Härtegrad. Dabei handelt es sich um drei wichtige Eigenschaften von Bushings die du kennen solltest.

Lean:

Als Lean bezeichnet man die Verformbarkeit der Lenkgummis, die das jeweilige Eintauchen in die Lenkbewegung bestimmt.

Rebound:

Rebound steht für die jeweilige Rückstellkraft eines Bushing. Also wie schnell sich der Gummi nach seiner Verformung wieder zurückbewegt.

Härtegrad:

Der Härtegrad gibt an (wie der Name bereits verrät) wie hart das Material des Lenkgummis ist. Tatsächlich ist er auch deutlich wichtiger als Lean und Rebound, da die Härte maßgeblich bestimmt wie gut oder schlecht sich dein Board letztendlich lenken lässt.
Hierbei gilt: Je härter die Bushings desto träger die Lenkung.

Die Härte der Bushings wird in Durometer gemessen (wie auch bei den Longboard Wheels / Rollen) und ist mit der Maßeinheit A (nach Albert Shore) angeben. Je höher die Zahl davor (bis 100), desto härter ist hier der Lenkgummi.

 

Die richtige Härte deiner Lenkgummis wählen

Um hier die richtig Wahl deiner Bushings zu bestimmen, musst du zwei Faktoren mit einspielen lassen. Welchen Fahrstil verfolgst du und wie schwer bist du?

Fahrstil:

Je nachdem was du mit deinem Longboard vorhast bzw. welchen Fahrstil du verfolgst z.B. Carving, Cruising, Freeride, Downhill usw. wird hier ein entsprechend angepasstes Lenkverhalten benötigt. Generell lässt sich sagen: Kommt es dir hier eher auf hohe Geschwindigkeit an, solltest du auf härtere Bushings setzen, da diese für mehr Fahrstabilität sorgen. Willst du ein flinkes, wendiges Board (z.B. für die City), das schon auf kleine Lenkbewegungen reagiert, benötigst du weiche Lenkgummis.

Beispiel:
Cruisen / Carven: weiches Setup
Freeride (etwas schneller): mittleres Setup
Downhill (sehr schnell): hartes Setup

Körpergewicht:

Aber auch dein eigenes Körpergewicht spielt hier eine große Rolle und muss bei deiner Wahl des Härtegrads unbedingt berücksichtigt werden. Schließlich werden sich härtere Bushings bei einem Schwergewicht weicher verhalten als bei einem Leichtgewicht. Somit lautet hier die Regel: „Je schwerer du bist, desto härter sollten deine Lenkgummis sein“!

Orientierungshilfe:
< 22 kg Körpergewicht: 60-65A (weiche Lenkung) / 75A (harte Lenkung)
22-45 kg Körpergewicht: 65-78A (weiche Lenkung) / 81A (harte Lenkung)
45-65 kg Körpergewicht: 81-85A (weiche Lenkung) / 86-88A (harte Lenkung)
65-80 kg Körpergewicht: 86-89A (weiche Lenkung) / 91A (harte Lenkung)
80-90 kg Körpergewicht: 88-93A (weiche Lenkung) / 94A (harte Lenkung)
> 90 kg Körpergewicht: 91-95A (weiche Lenkung) / 97-100A (harte Lenkung)

Wichtig: Hersteller verwenden zum Teil unterschiedliche Kunststoff-Mischungen. Somit können verschiedene Fahreigenschaften trotz gleicher Form und Härtegrad auftreten.

 

Bushings für Longboards und ihre Formen

Lenkgummis unterscheiden sich aber nicht nur in Farbe und Härte, sondern auch durch ihre Form (auch Shape genannt). Je nach Wahl kannst du auch hier nochmal Einfluss auf das Lenkverhalten / Fahrstabilität deines Boards nehmen.

Neben den traditionellen Cone und Barrel Bushings, haben sich gerade im Longboard-Bereich zahlreiche Sonderformen – durch die verschiedenen Einsatzgebieten – entwickelt.

Die verschiedenen Shapes im Überblick:

Cone Bushings:

Der Cone ist ein kegelförmiger Lenkgummi und sorgt für ein sehr agiles Lenkverhalten mit viel Lean und ist somit die ideale Wahl fürs Carven und Slalom fahren.
Angeboten werden sie in den Größen Small, Tall oder Fat, was ihre jeweiligen Eigenschaften entsprechend verstärkt oder verringert.

Barrel Bushings:

Der Barrel Bushing mit seiner Zylinderform sorgt dagegen für eine trägere Achse, was die Fahrstabilität entsprechend erhöht. Ihr Einsatzgebiet ist daher nicht selten im Freeride- und Downhill-Bereich angesiedelt.

Hourglass Bushings:

Hourglass Bushings siedeln sich in Sachen Fahreigenschaft zwischen Barrel und Cone Bushings ein, was sie sozusagen zu Hybriden macht. Mit ihrem guten Kompromiss zwischen Wendigkeit und Fahrstabilität eignen sie sich hervorragend für Anfänger sowie auch für Unentschlossene – was den Fahrstil angeht.

Chubby Bushings:

Chubby (Stepped Cone/Barrel – mit Abstufung) Bushings sorgen dafür dass der Lenkradius eingeschränkt wird, indem er ab einem bestimmten Punkt die Achse blockiert. Somit wird ein Ausbrechen bei hoher Geschwindigkeit (Downhill) vermieten und bieten zudem ein Höchstmaß an Stabilität.

Eliminator Bushings:

Eliminator (Double Stepped Barrel – mit zwei Abstufungen) Lenkgummis arbeiten nach dem gleichen Prinzip wie die Chubby-Variante und werden daher ebenfalls gerne im Downhill- und Freeride-Bereich eingesetzt.

Stepped Bushings

Bei den sogenannten Stepped Bushings werden jeweils ein Barrel und Cone Lenkgummi miteinander kombiniert. Daraus ergibt sich ein Setup das sowohl enge Kurven, als auch stabile Abfahrten ermöglicht. Meist bevorzugt für Carving und Freeride, ausgelegt für langsame bis mittelschnelle Geschwindigkeiten.

Verschiedene Bushing-Kombinationen

In Sachen Kombinationen sind bei Bushings kaum Grenzen gesetzt. Es darf hier nach Herzenswunsch variiert werden, ganz nach dem Motto: „die Mischung macht´s“. Egal ob Härtegrad oder Form (Beispielsweise: Cone/Barrel, Barrel/Barrel, weich/weich, weich/hart ect.), Hauptsache du findest am Ende dein gewünschtes Ergebnis, bzw. ein Setup was sich für dich gut anfühlt.

 

Leichte Montage

Du möchtest deine Longboard Bushings selbst montieren? Kein Problem, tatsächlich lassen sich die kleinen Lenkgummis ganz leicht selbst montieren bzw. wechseln.
Alles was du dazu benötigst ist ein passender Schraubenschlüssel, mit dem du gerade mal eine einzige Mutter lösen musst. Danach lassen sich sämtlich Teile u.a. auch die beiden Bushings (Top- und Botom Bushing) einfach von der Schraube (Kingpin) ziehen. [Tipp: Merke dir beim Auseinanderbauen die Reihenfolge der einzelnen Bauteile.] Der anstehende Zusammenbau erfolgt nun in umgekehrter Reihenfolge: Zuerst die Unterlegscheibe (Washer), dann Lenkgummi, Hanger (achte hier darauf dass dieser genau ins Bushing greift), jetzt der zweite Lenkgummi, wieder eine Unterlegscheibe (Washer) und zu guter Letzt die abschließende Mutter wieder gut anziehen.
Nun das gleiche Spiel noch an der zweiten Longboard Achse und schon hast du es geschafft.

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Die richtige Pflege der Bushings

Lenkgummis benötigen generell keinen großen Pflegebedarf. Es kann mal vereinzelt vorkommen dass Bushings quietschen wenn sie verschmutzen, das aber nicht selten auch vom Pivot Cup her rührt. Hier solltest du dringend davon absehen, dem Problem mit Schmieröl entgegenzutreten! Verwende stattdessen lieber Talkum, Silikonöl, Graphitpulver oder einfach nur geriebene Kernseife.

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Fazit
Welche Bushings nun die richtigen für dein Longboard sind, hängt hauptsächlich von deinem bevorzugten Fahrstil ab. Faustregel hierfür: Stehst du auf Speed setze auf harte Lenkgummis, bevorzugst du hohe Wendigkeit setze auf weiche Lenkgummis. Für Kompromisse dazwischen gibt es ebenfalls jede Menge Variationen. Egal wie du dich aber letztendlich entscheidest (in Sachen Härtegrad und Shape), einzig dir alleine muss das Lenkverhalten am Ende zusagen. Das niedriges Preisniveau sowie die leichte Selbstmontage laden geradezu ein hier etwas experimentierfreudig zu werden. Also, probiere einfach verschiedenen Bushing-Kombinationen aus und finde so dein persönliches Setup mit dem du dich letztendlich am wohlsten füllst.

 

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