Downhill – Longboard Königsdisziplin

Longboarder beim Downhill fahrenSchon seit Beginn des Longboardens ist die Disziplin Downhill fester Bestandteil dieses Sports. Und gerade in den letzten Jahren zieht es immer mehr Adrenalin-Junkies auf die Piste, um sich – in organisierten Downhill-Rennen – mit anderen Fahrern zu messen. Hierbei geht es vor allem darum, möglichst am schnellsten einen Berg hinunter zu fahren. Da dabei Geschwindigkeiten von über 100 km/h erreicht werden können, erfordert das Downhill Fahren nicht nur hohe Risikobereitschaft, sondern auch eine perfekte Fahr- und Bremstechnik – nicht umsonst zählt Downhill als Königsdisziplin beim Longboarding.
Der offizielle Downhill Geschwindigkeits-Rekord liegt momentan bei satten 129.94 km/h!

Wie funktioniert Longboard Downhill?

Wie bei jedem Rennsport geht es auch beim Downhill darum, eine vorgegebene Strecke möglichst schnell zu absolvieren. Wichtig ist daher schon mal ein schneller, schwungvoller Start. Während der Fahrt auf einer Geraden verringert der Longboarder den Luftwiderstand, indem er sich klein macht. Hierfür bringt er seinen Oberkörper möglichst nahe ans Deck und verlagert dabei fast seines ganzes Körpergewicht auf den Vorderfuß. Diese Position wird „Tuck“ genannt. Kurven werden am Grip-Limit auf der schnellsten Linie gefahren.

 

Downhill Longboard bremsen

Um die hohen Geschwindigkeiten beim Downhill zu drosseln gibt es eine ganze Reihe von Bremstechniken. Erst wenn diese beherrscht werden, sollte man sich ans Downhill-Rides heranwagen.

Air Brake
Eine der häufigsten Arten beim Downhill zu bremsen ist die Air Brake. Wie der Name schon sagt wird hier mithilfe des Luftwiderstands die Geschwindigkeit reduziert. Indem sich der Fahrer auf seinem Board aufrichtet verringert er die Aerodynamik und wird dadurch langsamer.

Sliden
Als weitere Bremstechnik eignet sich das Sliden. Dabei wird das Brett quer zur Fahrtrichtung gestellt wodurch es relativ schnell stoppt. Hierbei werden häufig die Hände mitgenutzt (unbedingt auf spezielle Handschuhe achten!). Beim kurvenreichen Downhill-Ride werden vor allem Predrifts oder Pendulum Slides angewendet um die Geschwindigkeit zu kontrollieren.

Foot Brake
Bei langsamerem Tempo eignet sich eine einfache Foot Brake zum Abbremsen. Dabei wird der hintere Fuß mit leichtem Druck Stück für Stück auf den Asphalt gesetzt. Diese Bremsmethode bietet nicht nur den Vorteil, dass man dafür nur sehr wenig Platz benötigt, sondern sie ermöglicht auch eine leicht kontrollierbare Dosierung der Geschwindigkeit.
Allerdings sollte die Foot Brake nur bei geringeren Geschwindigkeiten angewendet werden, da es sonst schnell zum Sturz kommen kann.

Heelside-Pendy
Der Heelside-Pendy gehört zu den Grundtechniken im Downhill. Er ermöglicht ein gezieltes Abbremsen z.B. vor einer Kurve.

Coleman
Eine weitere Bremsvariante ist der Coleman. Bei diesem klassischen Hands Down-Slide wird das Board mit einer Hand auf der Straße quergestellt.

Heelside-Speedcheck
Der Heelside-Speedcheck ist ein Mix aus dem Pendy und dem Coleman. Er wird gerne von erfahrenen Boardern angewendet, um im Kurveneingang die Geschwindigkeit anzupassen und dann die schnellste Linie durch die Kurve fahren zu können.

 

Downhill Schutzkleidung

Schutzausrüstung für LongboarderDa beim Downhill extrem viel Speed erreicht wird, ist die passende Schutzkleidung in dieser – nicht ungefährlichen – Disziplin ein absolutes Muss! Diese besteht aus einem Fullfacehelm, Knie- und Ellenbogenschonern, einer Lederkombi (Motorrad-Montur) und Slide-Handschuhen. Diese Longboard-Schutzausrüstung ist auch bei professionellen Downhill-Rennen Pflicht! Außerdem bietet die enge Lederkleidung nicht nur Schutz, sondern verringert auch den Luftwiderstand, wodurch noch etwas mehr Geschwindigkeit erreicht werden kann.

 

Das Downhill Longboard

Wer mit dem Downhill Fahren beginnen möchte sollte unbedingt darauf achten, dass sein Board sich auch für diese Disziplin eignet.
Da beim Downhill auch bei hohen Geschwindigkeiten ein stabiles Fahrverhalten sehr wichtig ist gibt es spezielle Downhill Longboards. Diese sind extrem hart, aber auch leicht und so geformt, dass sie dem Boarder den bestmöglichen Halt bieten.
Komplette Downhill Longboards haben nur sehr wenig bzw. gar keinen Flex, breite Achsen mit harten Bushings und große weiche Wheels, die für guten Grip sorgen.

Wer sein Downhill Longbard selbst zusammenstellen möchte sollte Einiges beachten, denn nicht jedes Board eignet sich dazu einen Berg hinunter zu jagen.

Downhill Longboard Deck

Am besten eignen sich starre Decks mit sehr wenig bis gar keinem Flex und einer Länge zwischen 37“ und 43“. Kürzere Boards bringen beim Downhill ein instabiles Fahrverhalten mit sich, während längere träge sind.
Für Anfänger ist besonders die Drop-Through-Variante empfehlenswert, da der nach unten verlagerte Schwerpunkt für mehr Stabilität auf dem Brett sorgt.
Erfahrenere Boarder greifen eher zum Top-Mount Longboard Deck. Dieses ist auf den Geraden zwar nicht ganz so stabil wie ein Drop-Throug Deck, bietet aber mehr Grip in der Kurvenfahrt.

Downhill Longboard Achsen

Die Achsen eines Downhill Boards sollten so weit wie das Brett und mit harten Bushings ausgestattet sein. Diese Lenkgummis sorgen für mehr Fahrstabilität bei geringerer Lenkfähigkeit. Viele Downhiller benutzen auch CNC-gefräste Achsen, welche dem Boarder gerade bei extremen Geschwindigkeiten ein höheres Maß an Präzision geben.
Die Winkel-Einstellung der Baseplate ist dafür verantwortlich, wie leicht sich das Board durch Gewichtsverlagerung steuern lässt. Je steiler der Winkel, desto schneller die Lenkreaktion – je flacher der Winkel, desto höher die Stabilität.
Für Downhill Longboards ist eine Winkel-Einstellung von 44° bis 50° empfehlenswert.
Als ideale Downhill-Achsen werden häufig die Reverse Kingpin Trucks empfohlen, welche sich sowohl für Drop-Through, als auch für Top-Mount Decks eignen.

Downhill Longboard Wheels

Um den Berg hinab zu rasen eignen sich besonders größere, weichere Wheels.
Die Größe der Rollen ist für die Bodenhaftung verantwortlich und sollte sich beim Downhill Longboard zwischen einem Durchmesser von 70mm und 75 mm bewegen. Bei größeren Rollen besteht die Gefahr von Wheelbites, kleinere Rollen werden schnell abgefahren.
Anfänger sollten Rollen mit einer Breite von über 50 mm wählen, da diese mehr Stabilität bieten. Fortgeschrittene Boarder können auch schmalere Wheels wählen, mit denen das Sliden leichter fällt.

Je weicher die Rollen sind, desto mehr Grip haben sie, aber desto schneller fahren sie sich auch ab. Ein Härtegrad von etwa 80a bietet hier eine gute Zwischenlösung.

 

Video: Downhill Longboarding

 

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