Carver Longboards

Sogenannte Carver Longboards (oft auch Carving Longboards genannt) sind weitaus mehr als nur gewöhnliche Boards – vielmehr stellen sie Surfbretter auf Rollen dar. Carver Longboards besitzen, aufgrund ihrer Form und vor allem durch speziell verbaute Achsen, eine außergewöhnliche Drehdynamik. Vergleichbar mit den kurzen Turns, die ein Surfer auf der Welle macht. Somit sind sie wohl die wendigsten Boards auf dem Markt.

 

Was ist Carving überhaupt?

Carving stellt eine bestimmte Fahrtechnik beim Longboarden dar, ähnlich die dem Cruisen. Durch rasche rhythmische Gewichtsverlagerungen werden enge Kurven gefahren. Die aus diesen Schwüngen gewonnene Bewegungsenergie sorgt dafür, dass das Board auch ohne weiteres Antreten angetrieben wird.
Aber Carving kann auch als Bremstechnik – zum Beispiel bei Gefällen – eingesetzt werden. Hierbei sorgt das Fahren von engen Kurven (Schlangenlinien / Zick Zack fahren) dafür, dass die Geschwindigkeit reduziert wird.
Allgemein sehen die Bewegungen beim Carving so aus, wie die eines Wellensurfers.

 

Für wem eignen sich Carving Longboards?

Generell gelten Carver als ideale Einsteiger-Boards. Ihr enorm gutes Lenkverhalten sowie die großzügigen breiten Decks bringen gerade für Anfänger gutmütige und tolerante Eigenschaften mit sich. Nicht umsonst eignen sich viele Carver Longboards (bei dem die Lenkung nicht ganz so krass ausfällt) deshalb auch fürs Cruisen.
Möchte man also mit seinem Board lässig Cruisen und Carven (im Surf-Style), es als alltägliches Transportmittel nutzen, ist man mit einem Carver Longboard überaus gut bedient. Außerdem lässt diese Gattung auch der Kreativität genug Raum zur Entfaltung, wodurch man durchaus Slides, Grinds und andere Showeinlagen auf den Asphalt zaubern kann.

 

Carver Longboards im Detail

Reine Carver Longboards sind generell dazu ausgelegt möglichst agil (wendig) zu sein. Dies funktioniert allerdings nur dann, wenn auch alle wichtigen Komponenten entsprechende Eigenschaften aufweisen und aufeinander abgestimmt sind.

Decks

Carving Longboards besitzen einen erhöhten Flex, welcher es erlaubt bessere Schwünge zu fahren. Deckmaterialien aus biegsamen Hölzern wie Bambus oder Ahorn begünstigen hierbei die Flexibilität zusätzlich.
Nicht selten findet man sie auch mit den sogenannten Camper-Decks verbaut. Diese sind mit positiver Vorspannung ausgestattet (leicht nach oben gewölbt), was wiederum den Flex unterstützt und so die Schwungeinleitung begünstigt.
Aufgrund der extremen Wendigkeit, die solch ein Board zu Tage legt, ist es hier besonders wichtig, dass es bei engen Kurvenfahrten nicht zu den gefürchteten Wheelbites (Kontakt mit Rollen und Brett) kommt, wodurch Stürze vorprogrammiert sind. Von daher sind Carver Longboards auch mit entsprechenden Decks ausgestattet, die meist über seitliche Aussparungen (auch cutouts genannt) über den Rollen verfügen. Diese erlauben ein relativ niedrig sitzendes Deck, welches auch abrupte Neigungen zulässt.
Im allgemeinen sind diese Boards durch relativ lange und breite Decks geprägt, wodurch eine breite Schrittstellung möglich ist, die für einen geschmeidigen Richtungswechsel benötigt wird.

Achsen

Die Achsen von Carver Longboards bilden sozusagen das Herzstück dieser Gattung, da diese hauptsächlich für den enormen Lenkeinschlag verantwortlich sind und somit das Carven erst möglich machen.
Eine wichtige Rolle spielt die Weite der Achsen. Hier ist generell aus zwei verschiedenen Größen auszuwählen (150 mm und 180 mm), die je nach Breite des Decks entsprechend ausfallen sollte. Allgemein besitzen die Achsen bei Carving Longboards recht weiche Bushings (Lenkgummis), was sie biegsam macht und wodurch die Bretter letztendlich ihre Wendigkeit bekommen.
Meist handelt es sich um Reserve Kingpin Achsen die hier verbaut werden, da diese über einen erhöhten Lenkwinkel verfügen und somit zum entscheidenden Surf-Feeling beitragen.

Tipp: Um Carver Longboards noch besser aufs Carven zu trimmen, kann man diverse Einstellungen an den Achsen vornehmen – z.B. die Schraube am Hanger lockern, wodurch die Reaktionsstärke des Boardes erhöht wird. Hierbei sollte man sich allerdings stufenweise herantasten. Hat man schließlich die Einstellungen der Achsen gänzlich ausgereizt, so lässt sich die Agilität durch noch weicheren Lenkgummis oder High-End-Longboardachsen weiter steigern.

Rollen

Bei der Rollenauswahl kommt es viel auf die eigenen Bedürfnisse an. Generell kann man jedoch sagen:
Je länger das Board ist, desto größere Rollen sollte es besitzen.
Je schwerer man ist, desto härter sollten die Wheels sein (je weicher und breiter desto mehr Grip bieten sie)

Tipp: Allgemein macht man nichts falsch wenn man sein Carver Longboard mit etwas weicheren Rollen ausstattet. Zum einen schlucken sie besser die eine oder andere Unebenheit und zum anderen bieten sie mehr Grip (Halt) in engen Kurven. Empfehlung: Grip-Rollen mit einem kleinen Offset-Kern, einem Durchmesser von etwa 70 mm und einer Härte von 78 A bis 80 A.

Bearings

Die richtige Wahl der Bearings (Kugellager) spielt bei Carver Longboards eher eine untergeordnete Rolle, da es bei dieser Gattung nicht auf Geschwindigkeit ankommt (anders bei Downhill– und Freeride-Modellen). Solange man die Lager frei von Schmutz und Wasser hält und entsprechend pflegt (reinigt) hat man hier wenig zu befürchten.

Typische Eigenschaften eines Carvers

  • leicht geschwungenes Deck
  • Aussparungen oberhalb der Räder
  • spezielle Moves möglich
  • sehr Agil
  • bietet ein perfektes Kurvenverhalten

 

Carver Longboard kaufen – worauf achten?

Hat man sich für diese lockere Fahrtechnik mit garantiertem Surf-Feeling entschieden und möchte nun ein entsprechendes Carver Longboard kaufen, dann sollte man folgendes beachten: Meist siedeln sich speziell für Carving konzipierte Boards etwas höher im Preissegment an. Grund dafür ist, dass ihre Konstruktion nicht selten mit diversen technische Raffinessen verbunden ist, was letztendlich ein kraftvolles Pumping erst möglich macht. Zwar gibt es – wie überall – auch hier sehr preiswerte und somit verlockende Angebote, bei denen man allerdings alles, nur keine Qualität erwarten darf und der Spaßfaktor gänzlich im Keller liegt.

 

Fazit
Carver Longboards stellen ein ideales Transportmittel dar, auf dem man entspannt carven aber auch cruisen kann (im Prinzip eine Weiterentwicklung vom Cruiser). Allgemein ist Carven eine sehr lässige und Spaß bringende Sportart, die stark vom Surfen inspiriert ist. Nicht umsonst werden Carving Boards als die Surfbretter für den Asphalt bezeichnet.