Longboard Decks

Longboard Decks bilden im Grunde das Herzstück eines jeden Longboards. Schließlich ist so ein Deck nicht nur das größte Teil am Board und bestimmt maßgeblich das Aussehen, Longboard Decks wirken sich auch auf die gesamte Fahrperformance aus.

die verschiedenen Longboard DecksAnders als das eines Skateboards, sind Longboard Decks den unterschiedlichen Fahrstilen angepasst. Von daher gilt es aus den vielen verschiedenen Arten von Decks das richtige Modell zu wählen, dass zu den eigenen Anforderungen passt.
Die Decks eines Longboards unterscheiden sich nicht nur in der Farbe, Länge, Breite und Form, sie bestehen auch aus unterschiedlichen Materialien und Flexstufen, mit jeweils verschiedenen Achsenpositionen.

Wer glaubt, sich ohne Vorkenntnisse mal auf die Schnelle ein Longboard Deck kaufen zu können, wird unweigerlich scheitern. Die Auswahl ist schier gigantisch und mag einen bereits auf den ersten Blick überfordern drohen. Doch „No Panic“ – mit unserem Ratgeber findet jeder sein passendes Deck.
Tipp: Anfänger sollten lieber nach einem Komplettboard greifen.

 

Was ist ein Longboard Deck?

Das Deck eines Boards ist das Teil, auf dem man steht – also nur das eigentliche Brett selbst, ohne Achsen und Rollen.

 

Die verschiedenen Materialien von Longboard Decks

Die langen Bretter eines solchen Boards gibt es in den verschiedensten Variationen, bei denen unterschiedliche Materialien zum Einsatz kommen.
Zu den Klassikern zählen Decks aus Ahorn (meist sieben bis acht verleimten dünne Holzschichten). Aber auch andere Holzarten kommen bei Longboard Decks zum Einsatz – darunter: Bambus, Birke, Pappel, Esche und sogar Kork. Nicht selten werden die verschiedenen Holzschichten mit Carbon- oder Glasfasern kombiniert und somit verstärkt, was sie nahezu unzerstörbar macht.

 

Für jeden Fahrstil das richtige Longboard Deck

Die richtige Form eines Decks (im Fachjargon auch Shape genannt) zu wählen ist das A und O, da nicht jedes Shape für alle Fahrstile geeignet ist. Alle Boards verfügen über bestimmte Formmerkmale, die wiederum bestimmte Fahreigenschaften bieten und somit für unterschiedliche Longboard-Stile ausgelegt sind. Aus diesem Grund ist es wichtig zu wissen, welchen Fahrstil man letztendlich verfolgen möchte: u.a. Cruisen, Carven, Dancing/Boardwalking oder Downhill und Freeriding.

Freeride Longboard Deck

Freeride Decks sind die wahren Alleskönner, egal ob es um Geschwindigkeit, Slides, Manöver oder Tricks geht – das Deck macht nahezu alles mit.
Es zeichnet sich durch ein symmetrisches Shape aus, wodurch Nose und Tail gleich geformt sind.

Cruising Longboard Deck

Ein Cruiser Deck eignet sich besonders für entspannte Fahrer, die einfach nur lässig auf ebenen Straßen unterwegs sein wollen. Sie zeichnen sich meist durch ein kürzeres aber dafür breiteres Deck aus, das oft mit einem Kicktail ausgestattet ist.

Carving Longboard Deck

Carving Decks sind der perfekte Begleiter wenn man auf tiefe Turns abzielt. Sie besitzen oft Pin/Kicktail, die den Boards eine bessere Kurveneigenschaften verleihen und bieten dem Fahrer zudem eine breite Standfläche. Typisch für Carving Decks sind auch: großer Flex, Cutouts sowie eine positive Vorspannung (Camper).

Downhill Longboard Deck

Downhill Decks sind ein Muss für alles Speed Junkies, denn mit diesen Brettern sind 100 km/h und mehr möglich. Aufgrund, dass sie sehr hart sind, einen tiefen Schwerpunkt (Drop-Through Montage) besitzen und über kaum Flex verfügen, bieten diese Decks enorme Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten.

Boardwalking/Dancer Longboard Deck

Boardwalking/Dancer Decks sind für Fahrer, die eher ihren eigensinnigeren Fahrstil entwickeln wollen.
Diese Bretter sind in der Regel sehr lang, wodurch viel Bewegungsraum geboten wird. Nicht selten sind sie auch mit Kicktails ausgestattet, was diverse Tricks und Manuals zulässt.

 

Longboard Deck-Formen

Pintail

Pintail Longboards besitzen ein spezielles Design und sind sehr beliebt bei Anfängern. Sie glänzen mit ihrer klassischen Board-Form: Spitzzulaufende Nose und Tail sowie eine breite Mitte, die einen stark an ein Surfbrett erinnert.

Fishtail

Fishtail Longboards sind ähnlich geformt wie ein Pintail, da sie ebenfalls mit einer breiteren Basismitte und spitzen Nose aufwarten. Lediglich die Heckpartie (Tail) unterscheidet die beiden Boards voneinander, die hier mit einem sogenannten Split Tail (gespalteten Schwanz) aufwarten, die ebenfalls den Split Tail Surbrettern nachempfunden sind. Diese Longboard Decks eignen sich besonders für längere Fahrten und enge Turns.

Blunt

Zu den besten Einsteiger-Board überhaupt zählen die sogenannten Blunt Longboards, die eine sehr hohe Stabilität aufweisen. Ihre Deckform wartet – im Vergleich zum Pintail – mit einer breiteren, runden Nose und Tail auf. Für Fortgeschrittene und Profis ist dieses Brett jedoch weniger geeignet, da es relativ steif unterwegs ist (enge Turns sind kaum möglich).

Mini Cruiser

Aus technischer Sicht sind Mini Cruiser eigentlich keine Longboards, da sie nicht selten mit einer Boardlänge von unter 33 Zoll aufwarten. Die jeweiligen Decks haben die Form eines Blunt oder Pintail Longboards und wirken durch ihre geringe Breite besonders schnittig. Mini Cruiser Longboards sind durch ihre Kompaktheit recht beliebt, jedoch für Anfänger weniger gut geeignet.

Twin Tip

Das Deck eines Twin Tip Longboards besitzt eine symmetrische Form mit schmal zulaufenden Enden – das perfekte Brett zum Tricksen. Die bauartbedingt freiliegenden Rollen kommen den Disziplinen Freeride und Downhill sehr entgegen.

 

Deck Styles und ihre Montage

Für die jeweilige Stabilität eines Boards spielen die verschiedenen Deckstiles eine Schlüsselrolle. Aber auch das Pushen und Bremsen wird dadurch beeinflusst.
Als Faustregel gilt: Je höher das Board vom Boden entfernt ist, desto höher ist auch der Schwerpunkt. Ein hoher Schwerpunkt wiederum führt zu einer verringerten Stabilität sowie zur schnelleren Ermüdung beim pushen und bremsen.

Top Mount Deck

Die Top Mount Decks gehören zu den traditionellsten Boardformen bei Longboards, was sie auch relativ günstig macht. Bei ihnen werden die Trucks (Achsen) auf der Deckunterseite verbaut, wodurch der Schwerpunkt höher liegt. Dieser Umstand macht das Board zwar insgesamt etwas instabiler als Longboards mit tieferem Schwerpunkt, dafür ist man allerdings wendiger unterwegs.
Top Mounts zählen zu den vielseitigsten Longboards, die sich ideal für Cruising, Carving, und Freestyle verwendet lassen.

Drop Through Decks

Bei den Drop Through Decks werden die Achsen durch das Deck montiert, was für einen tieferen Schwerpunkt sorgt als im Vergleich zum Top Mount-Prinzip. Dies erhöht die Stabilität und die Laufruhe eines Boards, was es zu einem perfekten Begleiter für lange Distanzen, Slides, Freeride oder Downhill macht.

Drop Decks

Diese Longboard Decks wirken durch ihre Bauform auf den ersten Blick etwas befremdlich. Obwohl bei Drop Decks die Achsen unter dem Brett verschraubt sind, verfügen sie dennoch über einen tiefen Schwerpunkt. Erreicht wird dies, indem man die Standfläche unter den Bereich des Achsmontagepunktes gelegt hat. Diese Bauform findet man sowohl beim Downhill, als auch gelegentlich bei Freeride Brettern.

Double Drop Decks

Double Drop Decks sind die stabilsten Deck-Stils überhaupt. Bei keinem anderen Brett befinden sich die Füße so nah am Boden wie hier. Möglich macht dies die Mischung aus Drop Through (dessen Achsenmontage) und Drop Deck (die außergewöhnliche Bauform) – macht also Double Drop.
Obwohl Double Drop Decks perfekt auf die Disziplin Downhill abgestimmt sind, trifft man sie eher selten an – zudem sind sie recht teuer.

 

Direktionale und symmetrisch Shapes

Allgemein werden Longboard Decks in zwei verschiedene Shapes unterteilt:

  • Direktionale Shapes: sind durch ihre Formgebung nur für eine Laufrichtung gebaut
  • Symmetrische Shapes: hier gibt es kein vorn und hinten, wodurch keine bestimmte Richtung vorbestimmt ist

 

Longboard (Shape) Funktionen

Es gibt gewisse Board-Funktionen, deren Merkmale die Leistung eines Longboards verbessern.

Kick Tail

Die sogenannten Kick Tails sind im Prinzip aufgebogene Enden, die man häufig bei Skateboards antrifft. Aber auch bei einigen Longboard Decks sind Kick Tails nicht unüblich. Man findet sie bei direktionalen Deck-Shapes auf einer Seite oder aber auf beiden Seiten bei den symmetrischen Decks.
Mit Kick Tails lassen sich nicht nur Tricks besser ausführen, sie helfen auch diverse Bordsteine zu knacken und scharfe Kurven zu meistern.

Wheel Cut-Outs (Aussparungen) / Wheel Wells (Radkästen)

Cut-Outs und Wheel Wells bei Longboard Decks helfen sogenannte Wheel Bites – also den Kontakt zwischen Rollen und Deck – zu verhindern. Cut-Outs nennt man hierbei die Aussparungen bzw. Radausschnitte am Deck, wodurch die Rollen komplett freiliegen. Bei Wheel Wells handelt es sich um diverse Radmulden, u.a. eine leichte Wölbung des Decks über den Rollen.

Konkave – Shapes

Konkave wird die jeweilige Wölbung (Aufbiegung) über die Breite eines Decks bezeichnet, was letztendlich für einen besseren Kontakt (Grip) zwischen Deck und Schuhen sorgt. Aber eine Konkave dient auch zur besseren Energieübertragung, die über die Zehen und Fersen ausgeübt wird, da so weniger Druck (Kraft) an den Bordkanten benötigt wird. Dieser Effekt erhöht sich mit der jeweiligen Ausprägung einer Konkave im Deck.

Die wichtigsten Konkave-Shapes in Überblick:

Flat – keine Konkave

Ein Deck, das über keine Konkave verfügt ist somit absolut flach und eignet sich daher für Dancing/Boardwalking oder zum gemütlichen Cruisen hervorragend.

Radiale Konkave

Diese weist eine durchgehende Wölbung auf und ist die häufigste Konkave Art bei Longboard Decks. Ihre symmetrische Form sorgt für eine gute Balance der Energieübertragung von der Ferse zu den Füßen und ist eine große Hilfe beim Sliden.

Elliptische Konkave

Eine elliptische Konkave ist ähnlich wie die radiale Version nur mit einer flachen Mitte und scharfen Übergängen. Hier erhält man ein deutlich kräftigeres Antwortgefühl von den seitlichen Druckpunkten, was schnellere und engerer Turns zulässt.

W-Konkave

Wie der Name bereist vermuten lässt besitzt diese Konkave eine W-Form, die aussieht wie zwei radiale Konkaven nebeneinander platziert. Die W-Konkave verfügt somit über eine erhöhte Mitte, die wie ein Drehpunkt für den Fuß wirkt, wodurch schneller und zugleich mehr Energie auf Ferse und Zehen übertragen wird. Die W-Konkave erlaubt somit einen blitzschnellen Richtungswechsel vorzunehmen und das mit einer ultimativen Präzision, die vor allem von Profi-Racern sehr geschätzt wird.

 

Camber & Rocker

Auch die Längskurve eines Longboards beeinflusst das Fahrverhalten. Zu den gängigsten Profils gehören hier Camper und Rocker, die jeweils in der Mitte leicht nach oben oder nach unten gewölbt sind.

Camper Decks:

Diese besitzen eine positive Vorspannung, was bedeutet, dass das Deck in der Mitte leicht nach oben gebogen ist. Dementsprechend weisen diese Longboard Decks natürlich einen höheren Schwerpunkt auf und sind generell flexiger. Das Eigengewicht des Fahrers drückt hier die Wölbung nach unten, wodurch man – je nach Gewicht – auf einer nahezu ebene Fläche steht, die allerdings entsprechend flexibel ausgelegt ist. Camper Decks unterstützen somit das Fahren von Turns, wodurch sie gerne bei Freeride und Carving Longboards verwendet werden.

Rocker Decks:

Als Rocker werden die Decks bezeichnet, die eine negative Vorspannung (in der Mitte nach unten gewölbt) aufweisen. Somit verringert sich entsprechend der Abstand von Deck und Boden, was wiederum einen tiefen Schwerpunkt bedeutet. Ausgestattet mit einer sehr geringen Flex, erleichtern diese Decks nicht nur das Pushen und Sliden, sondern bieten auch Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten.

 

Decks mit unterschiedlichen Flexstufen

Longboard Decks gibt es mit unterschiedlichen Flexstufen (Härtegrade), die einem im Grunde verraten, wie biegsam ein Deck ist.

Die richtige Flex für seine Brett zu wählen, ist der zweit wichtigste Faktor beim Longboard Deck Kauf. Entscheidend ist hier wieder der gewünschte Fahrstil, der jeweils eine andere Flex erfordert. Aber auch das eigene Körpergewicht spielt hier eine Rolle, denn je schwerer man ist, desto härter sollte der Flex sein.

Fachleute unterteilen diese in drei Stufen:

Soft / Flexy (weich)

Ein solches Deck weißt hervorragende Eigenschaften auf unebenen Straßen auf, da es Erschütterungen sehr gut abfedern kann. Zudem ist es das ideale Brett für mildes Cruisen, mit dem sich auch der ein oder andere Trick ausführen lässt.
Jedoch ist so ein flexibles Board eher für was für gemächlichen Touren, da es bei mittleren bis hohen Geschwindigkeiten sehr instabil wird.

Medium (mittel)

Ein Longboard Deck mit einer mittleren Flex ist der perfekte Begleiter beim Carven, sowie für mittlere Geschwindigkeiten. Beim Pushen und Carven geht weniger Energie verloren als bei einer weicheren Flex, wodurch es richtig zur Sache gehen kann. Auch bietet es noch eine gute Stoßdämpfung bei unebenen Straßen.

Stiff (hart)

Wenn es um Speed gehen soll, kommt man um ein hartes Brett nicht herum. Nur so behält man die Kontrolle über sein Longboard, während man mit einem Affenzahn den Hügel hinunter brettert.

Generell lässt sich also sagen:

  • Decks mit viel Flex sorgen für ein angenehmes und surfartiges Fahrgefühl
  • Decks mit wenig Flex bieten Stabilität bei höherem Tempo

 

Longboard Decks – die richtige Länge und Breite wählen

Auch die Decklänge eines Longboards ist ein entscheidender Faktor, wenn es um Stabilität und Manövrierbarkeit geht. In der Regel warten diese Boards mit einer Länge zwischen 90 und 150 cm auf. Es gibt sie aber auch in deutlich längeren Ausführungen.
Prinzipiell lässt sich hier sagen: Je länger das Deck, desto stabiler ist es bei höheren Geschwindigkeiten. Je kleiner es ist, desto wendiger und agiler wird es.

Was die Breite eines Longboard Decks betrifft, so sollte es generell nicht viel größer als der eigene Schuh ausfallen. Ansonsten wird das Lenken unnötig erschwert, da man nicht genug Druck auf die Kanten bekommt.

 

Deck Gestaltung

Wenn es um die richtige Wahl des Decks eines Longboards geht, spielt neben dem Funktionalen natürlich auch die Optik eine wichtige Rolle. Schließlich muss man das Brett unter Umständen jeden Tag sehen und es sollte von daher auch entsprechen gefallen. Zudem bestimmt das Deck maßgeblich das Aussehen eines Boards, da es nun mal das größte Teil ist und letztendlich gehört ein wenig Posen in dieser Szene einfach dazu.
In Sachen Deckgestaltung bietet der Markt eine Fülle an verschiedensten Farben, Motiven, Grafiken und Mustern an, die zum Teil wahre Kunstwerke darstellen. Somit dürfte für jeden etwas Passendes dabei sein und falls doch nicht gibt es verschiedene Möglichkeiten,um sein Longboard Deck auch selbst zu gestalten.
>> Longboard selbst gestalten / designen